Palatalisierung von k, g, h

Kurz gefasst

Stamm vor -i vor -e / -ica / -ić
k c (junaci, ruci) č (junače, ručica, pečem)
g z (nozi, knjizi) ž (Bože, nožica, možeš)
h s (dusi) š (duše, siromaše)

Vor -i wird k zu c, vor -e zu č. Präsens: pečem, pečeš, peče, pečemo, pečete, peku; mogu, možeš, može, možemo, možete, mogu. Imperativ peci ist der -i-Wechsel. Komparativ: jači, draži, tiši. Auch c, z → č, ž: oče, striče, kneže. Verkleinerungen behalten ihr Geschlecht (ručica ist feminin, nicht Neutrum wie „Händchen“).

B1 · Lektion 6 · Palatalisierung: k, g, h → č, ž, š

Ausführlich erklärt in der Lektion, die die Regel einführt

In Lektion 5 wurden k, g, h vor der Endung -i zu c, z, s: junak → junaci, ruka → ruci. Dieselben drei Konsonanten haben noch ein zweites Paar von Partnern: vor dem -e des Vokativs, vor dem -e- bestimmter Präsensendungen und vor den Verkleinerungssuffixen -ica und -ić werden sie zu č, ž, š. Das hörst du jedes Mal, wenn jemand Čoveče! („Mensch!“) oder Bože! („Gott!“) ruft. Man nennt diesen Wechsel Palatalisierung.

Das Prinzip kennst du aus dem Deutschen: Auch dort verändert eine Endung den Stamm – Hand → Händchen, Buch → Büchlein, alt → älter. Im Deutschen ist es der Vokal (Umlaut), im Serbischen der Konsonant am Stammende.

Ein Konsonant, zwei Partner: die Endung entscheidet
Stamm endet aufvor -i (Lektion 5)vor -e, -ica, -ić (diese Lektion)
kc: junacič: junače
gz: noziž: nožica
hs: dusiš: duše

1. Der Vokativ: jemanden anrufen

Das Deutsche ruft mit dem Nominativ („Freund!“, „Junge!“); das Serbische hat dafür einen eigenen Fall, und maskuline Substantive bekommen dort -e (Lektion A2.19). Endet der Stamm auf k, g oder h, ändert sich dieser Konsonant vor dem -e. Ein flüchtiges a fällt wie gewohnt zuerst weg (momak → momk- → momče).

NominativVokativWechsel
junak (Held)junače!k → č
đak (Schüler)đače!k → č
momak (junger Mann)momče!k → č
čovek (Mann, Mensch)čoveče!k → č
Vuk (ein Name)Vuče!k → č
drug (Kumpel, Freund)druže!g → ž
Bog (Gott)Bože!g → ž
duh (Geist)duše!h → š
siromah (armer Kerl)siromaše!h → š

Dasselbe -e macht auch aus c ein č und aus z ein ž: otac → oče, stric → striče (Onkel), knez → kneže (Fürst).

2. Das Präsens von peći und moći

Einige e-Verben haben einen Stamm auf k oder g: peći (backen, Stamm pek-), seći (schneiden, sek-), vući (ziehen, vuk-), teći (fließen, tek-), moći (können, mog-). Überall, wo die Endung mit -e- beginnt, wechselt der Konsonant. Wo die Endung -u ist, bleibt er.

Personpećimoći
japečemmogu
tipečešmožeš
on / onapečemože
mipečemomožemo
vipečetemožete
onipekumogu

Achte auf die beiden Enden der Tabelle: mogu und peku behalten g und k, weil -u kein -e ist. Und der Imperativ peci! (back!) bzw. pomozi! (hilf!) hat c und z, nicht č und ž – das ist der Wechsel vor -i aus Lektion 5, nicht dieser.

3. Verkleinerungsformen

Wo das Deutsche -chen oder -lein anhängt, nimmt das Serbische -ica (feminin) oder -ić (maskulin). Der Konsonant davor wird zu č, ž, š.

WortVerkleinerungsformWechsel
ruka (Hand)ručicak → č
devojka (Mädchen)devojčicak → č
noga (Bein, Fuß)nožicag → ž
knjiga (Buch)knjižicag → ž
vuk (Wolf)vučićk → č

Das Geschlecht bleibt! Deutsches -chen und -lein machen jedes Wort sächlich (die Hand → das Händchen). Serbisches -ica und -ić tun das nicht: ručica, nožica, knjižica sind feminin wie ruka, noga, knjiga, und vučić ist maskulin wie vuk. Adjektive und Pronomen richten sich also weiter nach dem ursprünglichen Geschlecht – nie nach dem Neutrum.

4. Komparative: dieselben drei Laute

In manchen Komparativen (Lektion A2.14) begegnen dir dieselben č, ž, š: jak → jači (stärker), drag → draži (lieber), tih → tiši (leiser). Die Adverbien folgen: jače! (fester, lauter), tiše! (leiser!). Historisch ist das ein anderer Lautwandel, aber das Ergebnis ist gleich, und es hilft dir, das Wort wiederzuerkennen.

5. Die beiden Wechsel auseinanderhalten

Schau auf die Endung. Vor -i wird k zu c, vor -e zu č. Genauso wird g zu z oder ž und h zu s oder š; ein Suffix wie -ica oder -ić zählt zur -e-Gruppe.

Wortvor -ivor -e / Suffix
junakjunaci (Helden)junače! (Held!)
momakmomci (junge Männer)momče! (junger Mann!)
rukaruci (der Hand)ručica (Händchen)
noganozi (dem Bein)nožica (Beinchen)
knjigaknjizi (dem Buch)knjižica (Büchlein)
duhdusi (Geister)duše! (Geist!)

Wer jemanden ruft, nimmt im Deutschen den Nominativ – im Serbischen ist das beim Maskulinum falsch. Setz beim Anrufen immer die Vokativform ein und prüfe dann den Konsonanten davor. Umgekehrt beim Lesen: Triffst du ein unbekanntes Wort mit č, ž oder š, tausche zurück zu k, g, h: druže ist drug, nožica ist noga, možeš ist moći.

Kurz nachgeprüft

6 von 16 Fragen, die diese Lektion in der App stellt. Form eintippen oder Antwort auswählen.

  1. Hvala ti,! (junak)

  2. Hej,, dođi ovamo! (momak)

  3. , čekaj me ispred kafane! (drug)

  4. ___, kako je lepo ovde!

  5. Ein maskulines Substantiv endet auf -h. Was wird aus dem h im Vokativ auf -e?

  6. Oni ___ hleb svako jutro.

Beispiele aus dem Kurs

Markiert ist jeweils das Wort, auf das sich die Regel bezieht. Zum Anhören auf Play drücken.

  1. Đače, zašto opet kasniš?

    Schüler, warum kommst du schon wieder zu spät?

  2. Siromaše moj, sve si izgubio!

    Mein armer Kerl, du hast alles verloren!

  3. Čoveče, pa gde si ti?

    Mensch, wo warst du denn?

  4. Vuče, čekaj me ispred škole!

    Vuk, warte auf mich vor der Schule!

  5. Bože, kako je hladno jutros!

    Gott, wie kalt es heute Morgen ist!

  6. Druže, možeš li mi pomoći?

    Freund, kannst du mir helfen?

  7. Siromaše moj, šta ti se desilo?

    Mein armer Kerl, was ist dir passiert?

  8. Baka nam peče pitu od jabuka.

    Oma backt uns einen Apfelkuchen.

  9. Seljače, sečeš li to drvo sam?

    Bauer, fällst du den Baum da ganz allein?

  10. Momče, znaš li gde je pošta?

    Junger Mann, weißt du, wo die Post ist?

Sätze im Kurs mit dieser Regel: 41

Probier es selbst

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Sätze

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Schüler, warum kommst du schon wieder zu spät?

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